Stoffkosten, auch Materialkosten genannt, entstehen durch den Verbrauch von Einbau-, Hilfs- und Betriebsstoffen bei der Ausführung von Bauleistungen.
Was sind Stoffkosten?
Stoffkosten werden in der Baupraxis auch als Materialkosten bezeichnet. In den ergänzenden Formblättern Preise (EFB-Preise), nach VHB-Bund sowie in Softwarelösungen zur Baukalkulation wird oft der Begriff „Stoffkosten“ verwendet. Werden Bauteile eigens angefertigt und zur Baustelle geliefert, können die Kosten bereits als Bauleistung mit Bezug auf § 16 Abs. 1 in VOB Teil B erfasst und in eine Abschlagsrechnung einbezogen werden. Voraussetzung ist, dass der Bauherr nach seiner Wahl das Eigentum an diesen Bauteilen übertragen hat oder vom Empfänger entsprechende Sicherheit gegeben wurde. Bestimmung nach Mengen- und Wertansatz
Die Ermittlung der Stoffkosten erfolgt für einzelne Teilleistungen anhand von: 
Die Stoffkosten werden durch den Mengenansatz (Materialbedarf) und den Wertansatz (Materialpreis) ermittelt.
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Die Mengenansätze umfassen den technologisch bedingten Verbrauch je nach Materialart zuzüglich eines durchschnittlichen Ansatzes für Streu- und Bruchverluste. Als Grundlage dienen eigene, betriebsindividuelle Erfahrungswerte oder Richtwerte u. a. aus:
- Baupreiskatalogen (z. B. baupreislexikon.de)
- Produktinformationen von Herstellern und Lieferanten
- Verbands- und Innungsinformationen
„Mengen- und Wertansätze sollten betriebsindividuell auf Grundlage betrieblicher Erfahrungen und Erkenntnisse aus früheren Kalkulationen ausgeführter Bauaufträge bestimmt, festgelegt und über die Zeit gepflegt werden.“ Die für Teilleistungen ermittelten Stoffkosten dienen zugleich als preisbestimmende Größen für die Kalkulation der Einheitspreise einer Baumaßnahme. Als Wertansätze sind die nachfolgend erläuterten Preiskomponenten heranzuziehen. Komponenten zu Stoffpreisen
Einbaustoffe werden in der Regel "frei Baustelle" bzw. „frei Lager“ geliefert. Folglich fallen die Bezugskosten beim Lieferer an und beeinflussen den Einstandspreis, auf dem die Stoffe bezogen werden. Auch die Bestellmenge hat wesentlichen Einfluss auf diesen Preis.

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Die Beschaffungskosten entsprechen dem Bareinstandspreis. Er ist auch Gegenstand der Preisplanung und Preisbeurteilung für Stoffe. Der Angebotspreis richtet sich nach:
- Umfang des Gesamtbedarfs
- Marktsituation
- Preisen der Wettbewerber
- ggf. der Jahreszeit
- Transportentfernungen
Die gegenwärtig erzielbaren Einkaufspreise erfordern vom Einkäufer des Bauunternehmens eine aggressive Einkaufsstrategie mit dem Ziel, möglichst niedrige Einstandspreise zu erreichen.
Rabatte sind Preisnachlässe des Lieferanten, die in einem Zusammenhang zu einer Leistung der Empfänger stehen und somit eine Art Leistungsentgelt darstellen. Bei kleinen Bestellmengen wird häufig ein Mindermengenzuschlag berechnet. Er wird vom Lieferer nach seinen Lieferbedingungen bestimmt und verlangt. Der Einstandspreis entspricht dem Angebotspreis des Lieferanten. Skonto
Skonto ist ein Abzug des Einstandspreises bei Zahlung innerhalb der Skontofrist.
Die Gewährung eines Skontos ist eine Frage der Zahlungsbedingungen und nicht unmittelbar der Preisgestaltung.
Bestellmenge Wesentlichen Einfluss auf den Einstandspreis hat auch die Bestellmenge. Einerseits bedeuten große Bestellungen erhebliche Kosten für die Finanzierung und ggf. Lagerhaltung, andererseits garantieren größere Bestellungen oft erhebliche Preisvorteile durch höhere Rabatte und besondere Liefer- und Zahlungsbedingungen. Die Planung einer wirtschaftlichen Bestellmenge bedeutet folglich, einen Ausgleich zwischen den Preisvorteilen beim Einkauf und möglichen Kostennachteilen im Unternehmen zu erreichen und zu sichern. Für Baustellen ist vor allem eine zuverlässige Lieferung bei möglichst geringer Lagerhaltung wichtig. Stoffkosten in der Kalkulation
Stoffkosten müssen bei der Kalkulation von Bauleistungen berücksichtigt werden. Sie fließen je nach Inhalt und Umfang in unterschiedliche Kostenbereiche ein: