Schallschutz sind alle Maßnahmen, die Schall verringern oder seine Ausbreitung dämpfen, wenn festgelegte Grenzwerte erreicht werden. Schallschutz soll Menschen vor störenden oder gesundheitsschädlichen Geräuschen schützen.
Was ist Schall?
Schall entsteht durch feinste Druckschwankungen in der uns umgebenden Luft und wird u.a. vom menschlichen Ohr wahrgenommen. Es kann Schall nicht abschalten. Es ist sowohl tagsüber als auch nachts aktiv. Die Wahrnehmung von Schall ist unterschiedlich und kann je nach Lautstärke und Frequenz als angenehm oder störend empfunden werden. Schallentstehung (Schall-Emission) lässt sich grob in drei unterschiedliche Entstehungsarten unterteilen:
- Geräusch
- Knall
- Klang bzw. Ton
Was ist Schallschutz?
Unter bestimmten Bedingungen kann die Belastung durch Schall-Emissionen gesundheitsschädlich sein. Deshalb sind Grenzwerte für Schall-Emission und Schall-Immission in verschiedenen Regelwerken als Leitlinien entwickelt worden. Sobald diese Grenzwerte erreicht werden, ist Schallschutz erforderlich.
Unter Schall-Emission (Schallquelle) wird dabei die Entstehung oder Abgabe von Schall an die Umgebung, also z. B. von einer Lärmquelle ausgehender Schall verstanden.
Schall-Immission (Schallempfänger) ist dagegen der Schall, der bei einem Empfänger ankommt, also die Belastung durch Schall an einem bestimmten Ort.
Schallschutz umfasst also alle Maßnahmen, die erforderlich werden, wenn festgelegte Grenzwerte für Schall-Emissionen oder Schall-Immissionen erreicht sind. Dazu gehören u.a. Maßnahmen
- zur Reduzierung der Schallentstehung
- zur Dämpfung der Schallübertragung
Schallschutz soll das Eindringen von Lärm in das Gebäude verhindern und auch das Weitertragen von Geräuschen im Gebäude unterbinden. Das betrifft u.a. vor allem:
- Luftschall
Schall, der durch die Luft übertragen wird, z. B. Stimmen, Musik oder Verkehrslärm. - Trittschall
Schall durch Auftritt oder Bewegung auf Böden, z. B. Schritte, herabfallende Gegenstände, verrückte Möbel. - Körperschall
Schall, der über feste Bauteile übertragen wird, z. B. durch Rohrleitungen, Wasserhähne, Maschinen.

Schallschutz wie hier in der Sendehalle Weimar, einst Radio-Sendestation, umfasst alle Maßnahmen zur Begrenzung von Schall bei Erreichen festgelegter Grenzwerte.
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Wirkprinzipien von Schalldämm-Maßnahmen
Das Wirkprinzip von Schalldämm-Maßnahmen kann sehr unterschiedlich erfolgen, je nachdem, wie man Schall stoppt oder dämpft. In der Akustik werden Bauteile oft wie ein Schwingungssystem betrachtet. Dabei spielen drei mechanische Elemente eine Rolle: - Feder
Elastische Elemente wie z. B. Gummilager oder Dämmstoffe fangen Schwingungen ab und verhindern, dass sie weitergeleitet werden. → Feder bremst Schall - Masse
Schwere Bauteile wie z. B. dicke Wände blockieren Schall, weil Schall schwer durch dickes Material dringen kann. → Masse stoppt Schall - Reibung
Durch Reibung wird Schwingungsenergie in Wärme umgewandelt, wodurch Schall gedämpft wird, z.B. wenn Schichten aus verschiedenen Materialien (z.B. bei Schallschutzwänden) aufeinander reiben. → Reibung schluckt Schall
Normen und Richtlinien
Für die Planung, Umsetzung und Bewertung von Schallschutzmaßnahmen gibt es Normen und Richtlinien, die Mindestanforderungen, Prüfverfahren und Empfehlungen für erhöhten Schallschutz festlegen, z.B.:
DIN 4109-1:Schallschutz im Hochbau - Teil 1: Mindestanforderungen. DIN 4109-4:Schallschutz im Hochbau - Teil 4: Bauakustische Prüfungen. DIN 4109-5:Schallschutz im Hochbau - Teil 5: Erhöhte Anforderungen. VDI 4100:Schallschutz im Hochbau - Wohnungen - Beurteilung und Vorschläge für erhöhten Schallschutz.
Der Experten-Tipp
„Schall entsteht durch winzige Luftdruckschwankungen und unser Ohr kann Frequenzen von etwa 16 Hz bis 16 kHz wahrnehmen. Diese Frequenzen werden nicht linear wahrgenommen. Um Schallereignisse vergleichbar zu machen, wurden Gewichtungen eingeführt, die sog. Bezugskurven, die das menschliche Hörempfinden frequenzabhängig abbilden. Für die Bauakustik ist vor allem der Bereich von 100 Hz bis 3150 Hz wichtig, der mit der sogenannten A-Bewertung beurteilt wird.“
Herzlichen Dank an Dipl.-Ing. (FH) Matthias Iding für die fachliche Unterstützung bei diesem Artikel auf bauprofessor.de. Seit 1993 ist er freischaffender Architekt, staatlich anerkannter Sachverständiger für Schall- und Wärmeschutz sowie Immobilienökonom.