Luftschall dient im Bauwesen als Grundlage für das bewertete Schalldämmmaß Rw, mit dem die Dämmung von Bauteilen wie z.B. Wänden bewertet wird.
Ungleiche Wahrnehmung von gleichem Schalldruck
Luftschall ist Schall, der sich durch die Luft ausbreitet und beim Menschen wahrgenommen wird. Physikalischer Schalldruck ist dabei die messbare Druckschwankung in Luft oder anderen Medien, die durch Schall entsteht. Das Bellen eines Hundes oder das Kratzen von Kreide auf einer Tafel können durchaus denselben physikalischen Schalldruck von z. B. 75 dB haben. Unser Gehör bestätigt diese Wahrnehmung nicht, Hundebellen und Tafel wirken auf unser Gehör sehr unterschiedlich. Der Grund: Schall besteht aus unterschiedlichen Frequenzen, ähnlich wie Farben aus unterschiedlichen Farbtönen.
Bewertung nach menschlichem Hörempfinden
Für die Beurteilung von Schallereignissen werden deshalb Bewertungen vorgenommen, die sich an dem menschlichen Hörempfinden orientieren. Für die schalltechnische Bewertung einer Wand wurde eine Bezugskurve eingeführt. Diese Bezugskurve besteht aus drei geraden Linien, die zusammengesetzt schematisch unserem frequenzabhängigen Hörempfinden folgen.
Bewertetes Schalldämmmaß Rw
Nach der Schallmessung im Labor wird der Schall anhand einer Bezugskurve bei 500 Hz bewertet. Das Ergebnis wird als das bewertete Schalldämmmaß Rw bezeichnet. Das bewertete Schalldämmmaß ist ein handlicher „Einzahlwert“, dessen Bestimmung auf Basis der DIN EN ISO 717-1 erfolgt und mit dem im baulichen Schallschutz gerechnet wird. Er gibt gute Anhaltspunkte über die Schalldämmeigenschaften z.B. einer Trennwand. Je größer der Rw-Wert eines Bauteils, umso besser ist seine Luftschalldämmung. 
Trockenbaukonstruktionen mit Gipskarton sind oft mehrschalig aufgebaut und reduzieren durch die Kombination aus Beplankung, Hohlraum und Dämmstoff die Schallübertragung.
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Schalldämmung bei tiefen Frequenzen
Dennoch ist darauf zu achten, dass es eben doch sehr unterschiedliche Schallereignisse gibt. Sollte sich ein Schallereignis aus besonders tieffrequenten Bestandteilen zusammensetzen, ist eine Leichtbauwand nicht die beste Wahl. Im Bereich unter ca. 125 Hz sind sie wenig geeignet.
Da die Bewertungskurve aber erst bei 100 Hz beginnt, ist das für den Schallschutz im Hochbau von untergeordneter Bedeutung. Kommt es bei einer Baumaßnahme trotzdem auf tieffrequente Schalldämmung an, wie z.B. bei der Schalldämmung von Außenbauteilen, sind massive Bauteile zu bevorzugen. Insbesondere der Straßenverkehr zeichnet sich durch einen tieffrequenten Schallanteil aus. Rw-Wert als Planungshilfe
Der Rw-Wert dient nur als Planungshilfe: Er ist ein Rechenwert, mit dem die Schallübertragung vom sendenden Raum in den empfangenden Raum unter Berücksichtigung weiterer Faktoren abgeschätzt werden kann.
Herzlichen Dank an Dipl.-Ing. (FH) Matthias Iding für die fachliche Unterstützung bei diesem Artikel auf bauprofessor.de. Seit 1993 ist er freischaffender Architekt, staatlich anerkannter Sachverständiger für Schall- und Wärmeschutz sowie Immobilienökonom.